Advanced Multi Order Picking

Multi Order Picking (MOP) ist in Logistikfachkreisen ein verbreitetes Thema, welches aber leider oft vorschnell als einfaches Zusammenfassen von Aufträgen umgesetzt wird. Viele Lagerverwaltungssysteme bieten dabei die Möglichkeit, die nächsten anstehenden Aufträge in einer Tour zu kommissionieren. Dabei werden die Picks in auftragsbezogenen Behältern auf dem Kommissionierwagen gesammelt und können so hinterher ohne Mehraufwand den einzelnen Aufträgen zugeordnet werden. Ziel dieser Methode sind reduzierte Laufwege und damit höhere Pickraten.

Einige Systeme bieten dabei noch rudimentäre Einstellungsmöglichkeiten, so muss beispielsweise die Menge der Artikel pro Bestellung, das Volumen der Artikel und deren Gewicht beachtet werden.

Intelligentes Zusammenfassen

Wie gut die zusammengefassten Aufträge dabei zusammenpassen wird oft nicht geprüft. Stattdessen werden die Aufträge nach Zieltermin oder öfter noch dem FIFO-Prinzip zusammengefasst. Daher wird ein großer Teil des Optimierungspotentials dieser Methode nicht genutzt. Hier bietet Advanced Multi Order Picking einen intelligenten Ansatz: Eine besonders schnelle Heuristik fasst die Einzel-Aufträge so zu MOP-Aufträgen zusammen, dass die Wegstrecke der MOP-Aufträge möglichst gering wird. Dabei werden neue Einzel-Aufträge ständig beachtet und die Bildung der Aufträge kontinuierlich neu durchgeführt. Freie Kommissionierer erhalten den aktuell bestmöglichen MOP-Auftrag zugeteilt. Um die Terminfristen der Aufträge einhalten zu können, unterstützt Advanced Multi Order Picking Zeitscheiben, die z.B. die Abfahrzeiten von LKWs beachten. Ebenso ist eine Priorisierung von Einzelaufträgen möglich. So können auch Parameter wie die gleiche Auslieferungsroute beachtet werden.

Effizienz und Potential

Die eingesparte Wegstrecke hängt dabei von einer Vielzahl von Parametern ab. Neben dem Lagerlayout ist der Haupttreiber für die Effizienz die Anzahl von Einzelaufträgen, die in einem MOP-Auftrag zusammengefasst werden können. Ein besonders großes Potential bietet AMOP also, wenn die Einzelaufträge aus wenigen, kleinen Artikeln bestehen. Dies ist jedoch keine Voraussetzung. Allgemein kann davon ausgegangen werden, dass bereits ab einer Cluster-Größe von drei Aufträgen Wegersparnisse von über 33% keine Seltenheit sind. Im Praxiseinsatz wurden bereits Wegreduzierungen um 70% bei einer Cluster-Größe von fünf Aufträgen erreicht. Dabei geschieht all dies automatisch im Hintergrund. Da die Wegzeit einen nicht geringen Anteil des Kommissionierprozesses ausmacht, ist die Amortisationszeit bei der Einführung von AMOP selbst bei bereits vorhandenem Auftrags-Clustering erfahrungsgemäß kurz.