PickingLink SDK

Bei der Entwicklung von PickingLink wurde besonders auf die Anpassbarkeit und Erweiterbarkeit  des Systems geachtet. PickingLink kommt daher mit einer Reihe einfach zu benutzender aber sehr mächtiger Werkzeuge:

Architektur

PickingLink versteht sich als Bindeglied zwischen dem Lagerverwaltungssystem (LVS) und dem Kommissionierer. Dabei erfolgt eine Unterteilung in drei Schichten:

  1. Präsentation
    Die Präsentationsschicht ist die Schnittstelle zum Kommissionierer. Sie stellt eine graphische Oberfläche und/oder Sprachausgabe zur Verfügung, sowie Eingabemethoden wie Spracherkennung oder Touchscreen-Eingaben zur Verfügung. Dabei handelt es sich jedoch nicht um ein interaktives Element. Stattdessen ist die Präsentationsschicht lediglich in der Lage von der Prozessebene formulierte Fragestellungen an den Kommissionierer zu interpretieren und die Antwort an die Prozessebene zurückzuleiten. Dadurch werden mögliche Fehlerquellen eliminiert und der Kommissionierer komplett geführt. Für jede Art von Endgerät existiert eine Präsentationsklasse, welche die vom Prozess gestellten Fragen für das Endgerät interpretiert. So werden Fragestellungen z.B. in einer Datenbrille angezeigt oder in einem Pick-by-Voice System als Sprachausgabe ausgegeben. Für die Gestaltung der grafischen Ausgabe liegt PickingLink mit dem GUI-Designer ein mächtiges und zugleich leicht zu bedienendes Werkzeug bei. Die Antwort des Kommissionierers wird dann im vom Prozess angeforderten Format entgegengenommen und an den Prozess zurückgeleitet, z.B. per Spracherkennung. 
  2. Prozess
    Die Prozessschicht wird komplett an den Kunden angepasst. Hier wird der Kommissionierprozess als Abfolge von Arbeitsschritten definiert. Dabei werden Arbeitsanweisungen an den Kommissionierer, also an die registrierten Präsentationsgeräte geschickt und deren Antworten angenommen. Nötige Informationen aus dem LVS werden über native Methodenaufrufe auf der Abstraktionsschicht durchgeführt. Der Prozess kann so schnell, einfach und in wenigen Schritten definiert werden.
  3. Lagerverwaltungs-Abstraktionsschicht
    Für die Anbindung an das LVS ist die LVS-Abstraktionsschicht verantwortlich. Hier können die vorgefertigten Klassen für TCP/IP-Telegramme und SQL-Abfragen verwendet werden oder mit Tools wie dem Protokoll Editor eigene Klassen erstellt werden. Die gesamte Socketverwaltung, das Load-Balancing, evtl. asynchroner Verbindungsaufbau etc. wird von PickingLink übernommen.

Je nach Realisierung können die Schichten zwischen der Client-Applikation und der Middleware verschoben werden.

Beispiel 1: Online Kommissionierung mit nativer Client-Applikation

Die Präsentationsschicht befindet sich auf den Endgeräten (z.B. Datenbrille), Prozess und LVS-Abstraktionsschicht werden in der Middleware ausgeführt und steuern die Client-Applikation Live an.

Beispiel 2: Asynchrone Kommissionierung mit nativer Client-Applikation

Die Präsentations- und Prozesschicht befinden sich auf dem Endgerät (z.B. Tablet PC) und versorgen sich bei vorhandener Verbindung mit neuen Aufträgen aus der LVS-Abstraktionsschicht in der Middleware bzw. senden darüber Informationen zurück ans LVS.

Beispiel 3: Web-basierte Kommissionierung

Die Präsentationsschicht ist als Webserver ausgeführt, alle drei Schichten befinden sich in der Middleware. Die Endgeräte (z.B. Tablet-PC) rufen die Webapplikation im Browser auf.

Vorlagen für Microsoft Visual Studio

Um die Entwicklung eigener Client-Applikationen oder Middleware Versionen zu erlauben, werden entsprechende Vorlagen für Microsoft Visual Studio bereitgestellt. Damit lassen sich nicht nur beliebige .NET/Mono fähige Geräte ansteuern, sondern auch eigene Technologien einbinden. Die PickingLink Klassen werden zu diesem Zweck über mitgelieferte Klassenbibliotheken angesteuert. Eine Vorlage für Java Client-Applikationen ist geplant.

Klassenbibliothek für .NET und Mono

Um vollen Zugriff auf alle PickingLink Funktionen zu erhalten, wird im PickingLink SDK eine vollständige Klassenbibliothek für .NET zur Verfügung gestellt. Unsere Kunden erhalten dabei Zugriff auf eine vollständige Dokumentation  welche die Nutzung und Vererbung der PickingLink Klassen erläutert.

GUI-Designer

Die grafische Darstellung der Präsentationsgeräte ist vollständig konfigurierbar. Um die XML-basierten Konfigurationen schnell und einfach erstellen zu können existiert ein WYSIWIG GUI-Designer. Damit können im Handumdrehen neue Konfigurationen erstellt oder existierende angepasst werden. Die resultierenden Masken können in der Middleware geladen und direkt aus dem Prozess heraus angesteuert werden. So kann für jedes Endgerät höchste Ergonomie geboten werden.

Protokoll Editor

Mit dem Protokoll Editor können in wenigen einfachen Schritten eigene TCP/IP Telegrammprotokolle für PickingLink abgebildet werden. Wenn z.B. bereits TCP/IP Telegramme für ein existierendes Pick-by-Voice System eingesetzt werden, so kann diese Schnittstelle ohne Programmieraufwand verwendet werden. Die eingegebenen Parameter werden vom Editor interpretiert per Mausklick in C#-Quelltext umgewandelt. Dieser kann direkt in der LVS-Abstraktionsebene von PickingLink zum Einsatz kommen oder beliebig erweitert werden.